Ketten- vs. Zahnriemenantrieb

  • Hi zusammen,


    so ganz wartungsfrei ist ein Riemanantrieb nicht, man muss ihn wohl gut bei richtiger Spannung halten und er muss mit Silikonöl oder so was eingesprüht werden um geschmeidig zu bleiben. Etwas größer ist auch der Fall, wenn er durch ist... da kann man nicht einfach mal so ne Kette mit Kettenschloss einbauen oder neuvernieten... da wird allerhand ausgebaut, weil der ja am Stück ist.

    Zusätzlich kommt ein Problem dazu: Ein Riemenantrieb reagiert sehr empfindlich auf Steine und Co und neigt dann dazu zu reißen.


    Ich persönlich bin jetzt auch kein Fan von Kette reinigen und schmieren (letzters erledigt ein Öler), aber ansonsten ist der Antrieb doch prima. Klar kann man jetzt auch ansprechen - "Öl auf der Felge etc" aber mein Bike hat nach ner gewissen Fahrzeit (bis zu 600 km/Woche) mehr Dreckprobleme als das bissel Grind auf der Felge.

  • Interessante Produkte für die Aprilia Shiver bei Amazon:

  • Sogar BMW ist mit einem Riemenmodell gescheitert: die F650 gab es auch mal in einer Carver-Version parallel zur F650GS. Gleiche Technik, aber mit "Design" UND: Riemen! Hat wenig Interessenten gefunden, denn "was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht".


    Die Shiver 900 ist ja keine Neuentwicklung, sondern quasi der Nachfolger der 750er. Die beiden Modelle sind ja bis auf den Motor baugleich. Also hätte es sich für Aprilia keinesfalls gelohnt, einen Riemenantrieb zu konstruieren und zu bauen!


    Bei einer Neuentwicklung sähe es anders aus, aber das obige Beispiel kennen auch Aprilianer in Noale - und verbauen eben Kette.

    Das die BMW Carver nicht verkauft wurde, lag wohl nicht am Zahnriemenantrieb... die sah einfach sehr sch...... aus. Und ein Motorrad muss bei mir auch Emotionen wecken.

  • Servus


    also wenn ihr schon das hässliche Entlein nennt dann aber richtig:teach


    die BMW nannte sich Scarver und war ein sehr praktisches Bike mit Helmfach vorne

    ähnlich der Mana.

    1 Zylinder und 48 PS ist nicht der Hit. Es gab einen anderen Auspuff dann hatte die Maschine 56 PS.

    Das Design war das Problem aber zum fahren war die Maschine Klasse .

    Meine Frau hatte so eine und machte sogar auf diesem Bike den Bikerschein.


    Gruß

  • Damit auch alle wissen wovon wir reden. Auf diesm Bild sieht man auch den Riemenantrieb.



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    .


    nur wo nix mehr tropft is nix mehr drin
    „Wörter sind sehr einfach. Wer kann machen, machen. Wer kann nicht machen, sprechen. Wer kann nicht sprechen, der schreiben“. G.T.

  • Das die BMW Carver nicht verkauft wurde, lag wohl nicht am Zahnriemenantrieb... die sah einfach sehr sch...... aus. Und ein Motorrad muss bei mir auch Emotionen wecken.

    hab das ding grad mal gegoogled - in dem fall zählt brechreiz auch unter "emotionen" <X ....sieht ja fürchterlich aus das ding =O....

  • Auch die nächsten beiden Versuche von BMW mit Riemenantrieb haben sich am Markt nicht durchgesetzt:

    F800S

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    und F800ST

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    Die ST wurde abgelöst durch die GT und auch die sieht man eher selten.

    Die nackige R hat wieder Kette, die sieht man zumindest hin und wieder.


    Obwohl das Design diesmal nicht ausgefallen war haben sich die Modelle am Markt nicht durchgesetzt. Offensichtlich ist die Skepsis gegenüber dem Riemen doch größer als gegenüber der Kette, trotz erhöhtem Pflegeaufwand letzterer.


    Ich persönlich habe noch kein Moped mit Riemen gefahren, es ist für mich auch kein ausschlaggebendes Kaufargument. Ich komme von der Kardanfraktion und mußte damals beim Kauf eines Kettenmotorrads abwägen, ob ich damit leben kann. Ich kann! :wink

  • Zu dem Thema sind mir noch einige Infos begegnet. Zur besseren Erkennbarkeit was von mir ist, habe ich das in der Schriftart Comic Sans MS geschrieben.
    Ich bin auf der Wikipediaseite für die BMW Scarver auf folgende Erläuterung gestossen:
    "Der Riemenantrieb erzeugt mehr Leistungsverluste als Kettenantriebe, die bei leistungsstarken Motorrädern üblich sind. Da Zahnriemen jedoch im Gegensatz zu Ketten, die immer ein leichtes Spiel benötigen, stets straff sind, entsteht kein Kettenschlagen."

    Zum Riemenantrieb an und für sich gibt es noch einen Extraartikel auf Wikipedia.


    Darüber hinaus, hier noch ein Artikel einer bekannten Motorradzeitschrift, den ich aber nicht ganz so erhellend fand:

    http://www.motorradonline.de/r…-kette-kardan-zahnriemen/


    Interessanter in diesem Zusammenhang die Erkenntnisse von folgender Seite, auch wenn es sich um Fahrräder handelt:

    https://www.biketour-global.de…emen-was-ist-effizienter/

    Zitat:

    "Das fand ich interessant und hatte dies zuvor auch noch nicht gehört. Also fragte ich nach und E-H. Reinhard erzählte noch mehr über seine Erfahrungen:

    „Mein Rad ist durch die Umrüstung auf Kette nicht lauter geworden, aber schneller. Drehen Sie mal Ihre Kurbel rückwärts, was denken Sie, was da so bremst? Wenn man eine Kurbel mit Kette rückwärts dreht, geht es ganz leicht. Oder warum schiebt sich Ihr Rad rückwärts schwerer als vorwärts? (…) Es gibt nicht viele Wirkungsgradvergleiche, aber in amerikanischer Labortest wird bescheinigt, dass die Kette unter allen Bedingungen effizienter arbeitet. (…) Ich bin mir ganz sicher, dass Sie auf Ihrer 3.000-km-Tour mit Kette einen Tag +/- früher angekommen wären“.

    Im Klartext heißt das: die Kette bringt mich schneller ans Ziel, als der Riemen, da der Riemen mehr Kraft/Geschwindigkeit kostet?

    Nun gut, jeder, der wie wir Fahrrad fährt, hätte nix dagegen, eine Woche mehr auf dem Rad zu sitzen. 😉

    Aber Spaß beiseite: natürlich kann man das belächeln, aber ich fand es so interessant, dass ich mich mit dem Thema mal etwas intensiver befasst habe.

    Der „amerikanische Test“, der hier (vermutlich) gemeint ist, ist der von Friction-Facts.com.

    Hier wurde der Ketten- mit dem Riemenantrieb verglichen, mit dem Ergebnis, dass der Riemen eine geringere Effizienz als die Kette hat. Die Kollegen von Hilite-Bikes haben diesen Report bereits 2013 ausgewertet und schreiben: „Laut seinen Messungen (gemeint ist Jason Smith von „Friction Facts“ – Anmerkung BiketourGlobal) verbraucht ein herkömmlicher Kettenantrieb 2,92 Watt im Durchschnitt, während der Zahnriemen 3,93 Watt verbraucht. Obwohl der Unterschied nur 1 Watt beträgt, was nicht genug ist, damit es die meisten Menschen überhaupt bemerken, funktioniert der Kettenantrieb objektiv und absolut betrachtet um satte 34,6 Prozent besser.“

    Interessant ist hier der Hinweis darauf, dass der Unterschied nicht wirklich bemerkbar ist – aber eben messbar. Beeindruckend ist die Angabe, dass die Kette absolut fast 35% „besser“ oder „effizienter“ ist, als der Riemen."


    Weiteres Zitat, diesmal von der Seite https://www.motorradfrage.net/…t-bsser-riemen-oder-kette und dem Autor Frank:

    "Meine Meinung, bzw. Erfahrung:

    Riemen: Eigentlich ein gutes System, was in der Praxis aber so seine Probleme bereitet. Das Hinterrad muss absolut exakt einbaut bzw. ausgerichtet sein. Der Riemen muss also fluchten mit dem vorderen Antrieb. Genau hier liegt immer das Problem wenn Riemen relativ früh verschleißen bzw. reissen. In unserer Werkstatt ist dieses Problem relativ häufig aufgetaucht, da viele Kunden z.B das Rad zuhause selber ausgebaut haben, oder ein Reifendienst nicht im Thema war.

    Kette: Für mich die effektivste Art des Antriebes. Sehr wenig Leistungsverlust, sehr leicht und gute Haltbarkeit. Wichtig: Qualitätsunterschiede der Ketten. Hier ist auf die Zuglast der Kette zu achten. Billige Kettensätze habe eher eine geringe Zuglast, halten dann auch ensprechend kürzer. Zur Pflege sagen wir immer, ausreichend Fetten, ab und zu mal reinigen ( nach Bedarf ), am besten Diesel oder Petroleum nehmen. Kenntenreiniger sind gar nicht so gut für die Haltbarkeit. Felge hält man am besten mit Bremsenreiniger sauber, geht ganz fix....

    Ist alles nur meine Meinung."


    Also liebe V2 Fahrende und Sympathisanten, das Thema scheint vielschichtiger zu sein, als einfach nur eine Kostenfrage. :wink Mir persönlich wäre ein Kardan am liebsten, aber der würde wahrscheinlich nicht gut zur Shiver passen und hätte noch mehr "Verluste" im Antrieb. Aber ich bin leider auch ein notorischer Kettenschlechtpfleger, meistens wegen Gehirnerinnerungsverlusten oder weil es grad nicht passt. Nun denn, ich glaube die Verluste dadurch halten sich auch noch in erträglichen Grenzen. Vieleicht probier ich mal einen Kettenöler aus, aber das ist ein anderes Thema.:-/

  • Da dies eher eine Diskussion akademischer Natur ist:

    Kette oder Riemen

    Zitat:

    Bei hoher Leistung ist der Wirkungsgrad des Riementriebes deutlich besser als der eines vergleichbaren Kettentriebes, bei geringer Leistung kann der Riemen aber nur mit der Kette konkurrieren, wenn die Riemenvorspannung deutlich reduziert wird.“ (Hochschulreport 2012, Hochschule Trier, Seite 52)

    „Der Wirkungsgrad des Zahnriementriebes hängt von seiner Vorspannung ab. Der Riemen muss relativ stark vorgespannt werden, um ein Überspringen auch bei hoher Leistung und starkem Antritt zu vermeiden. Dies erhöht jedoch die Reibung und verschlechtert den Wirkungsgrad. Ideal wäre ein Mechanismus, der den Riemen selbsttätig in Funktion des Lastzustandes vorspannt: Bei geringer Leistung wird nur wenig vorgespannt, was den Wirkungsgrad verbessert. Bei hoher Leistung wird die Vorspannung automatisch gesteigert, um ein Überspringen zu verhindern. Solche Mechanismen sind Stand der Technik und auch die High-Tech-orientierte Fahrradbranche sollte sich eine solche Innovation zutrauen.“

    Gruß JM

    "Wer glaubt, Motorräder seien heute verzichtbar, hat noch nie so ein Tier zwischen den Beinen gespürt."

    "Aprilia Shiver? Ist das die kleine Schwester von Claudia?"

  • Nur mal so hypothetisch... warum wird nicht beim Riemenantrieb zum Schutz vom Überspringen von der anderen Seite der Riemenscheibe eine Art Überspring-Schutz mit einer Rolle (jeweils am Getriebeausgang und am Rad) oder sowas gesetzt ? Dann bräuchte man nicht so starke Vorspannung des Riemens. :denk

  • Du meinst so eine Art Riemenspannrolle? Wenn ich den Beitrag richtig verstanden habe müsste(n) diese(n) dem jeweiligen Lastzustand angepasst werden um den Wirkungsgrad hochzuhalten. Könnte man mit einer Art Stellmotor an der (den) Rolle(n) technisch bestimmt lösen, aber kostenmäßig...?

    Gruß JM

    "Wer glaubt, Motorräder seien heute verzichtbar, hat noch nie so ein Tier zwischen den Beinen gespürt."

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  • Ich kann Euch aus der Erfahrung aus dem Maschinenbau mit der Auslegung von Riemenantrieben für Hauptspindelantriebe von Werkzeugmaschinen sagen -> das ist kein Spaß - und einfach mal so einen Riemen und irgendwas das den Riemen spannt anzubauen reicht da beileibe nicht. Um so etwas serienreif und -sicher zu machen benötigt es einiges an know-how und eben auch an Geld. Ich glaube da gibt es bei einigen realtiv romantisch /naive Vorstelllungen was so eine Entwicklung und auch die Serienteile kosten.

    Klar, ich würde mir auch zutrauen so was an ein Moped ranzubasteln und bin auch sicher das würde sich bewegen, aber das läuft dann unter Liebhabergebastel und hat mit einer professionellen Lösung wenig zu tun.


    Warum sollte sich ein Hersteller wie Aprilia eine solche Baustelle bei seinen Mopeds aufmachen? Ich habe das glaube ich hier schon ein mal geschrieben - die würden mit Riemen vermutlich nicht ein Moped mehr verkaufen wie jetzt (auch wenn jetzt sicher irgendeiner sagen wird dass es für ihn ein Kriterium ist, für 99,9999999999% der Mopedfahrer eben nicht). Klar wird es immer Riemenfans sowie auch Kardanfans geben, aber der Umstieg von Kette auf Riemen wird keine Neukunden bringen.

    .


    nur wo nix mehr tropft is nix mehr drin
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  • Du meinst so eine Art Riemenspannrolle? Wenn ich den Beitrag richtig verstanden habe müsste(n) diese(n) dem jeweiligen Lastzustand angepasst werden um den Wirkungsgrad hochzuhalten. Könnte man mit einer Art Stellmotor an der (den) Rolle(n) technisch bestimmt lösen, aber kostenmäßig...?

    keine Spannrolle , die am Riemen zieht... eher eine Führungsrolle die nur das Überschnappen verhindert. Der Riemen wird durch eine Enge geführt ,(z.B. Rolle) die nicht an den Riemen drückt... nur wenn er hoch kommen sollte kann er nicht überspringen...

    ähnlich wie bei Achterbahngondeln. Die Rollen führen auch von oben und unten gegen die Gleise , damit sie nicht weg springen können... etwas schwer zu beschreiben... ich hoffe ich konnte es rüber bringen... aber egal ... Igel hat den Nagel auf den Kopf getroffen... Bastelkram is nicht...

  • also so etwas: Rolle am Riementrieb, nur irgendwie an der Schwinge oder Getriebeausgang befestigt?

    Wenn ich es richtig verstehe reicht es nicht den Riemen zu führen, er muss auch eine bestimmte Vorspannung haben

    Gruß JM

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    "Aprilia Shiver? Ist das die kleine Schwester von Claudia?"

  • Hi,


    bitte nicht vergessen, das die Akzeptanz einer Kraftübertragung sehr

    von ihrer Zuverlässigkeit und ihre universellen Einsetzbarkeit abhängt.

    Da hat der Antriebsriemen beim Moped nun mal dramatische Nachteile.

    Das deutlich leichtere Wechseln tut ein Übriges.

  • genau... aber sowas würde ich mir auch nicht ans Bike schrauben...