Ketten- vs. Zahnriemenantrieb

  • Hi,

    habe heute als letzte Aktion zur SH900 Wintereinlagerung die Antriebskette gereinigt und geölt!

    Neben mir stand die HD meines Bruders mit Riemenantrieb und ich dachte mir: Weshalb haben eigentlich nicht alle Mopeds mittlerweile

    eine solche wartungsfreie Kraftübertragung?

    Dass der Riemenantrieb einen etwas größeren Aufbau braucht , ist doch eigentlich PillePalle!

    Woran liegt's?

  • Interessante Produkte für die Aprilia Shiver bei Amazon:

  • Meine Vermutung : So ein Antrieb wiegt gut und gerne 5 kg.? mehr,die Scheibe über die der Riemen läuft ist breiter als ein Ritzel,sieht bestimmt nicht hübsch aus.Und ganz ohne Pflege läuft da auch nicht's.Und dann altert so ein Riemen auch noch,so nach 5 - 6 Jahren sollte der gewechselt werden.

    Liebe Grüsse aus dem Bergischen Land und alles bleibt besser :dance

  • Dachte ja erst, es liegt an der max. Kraftübertragung, wenn aber eine "Zero SR/F" mit immer anliegenden 190nM durchzieht, kann der Riemen nicht

    der Schwachpunkt sein.

    Meine Kette hat auch sicherlich ca. 20mm breite, ob ein Riemen dann 30mm hat wäre für mich auch kein Aufbau-Untergang.

    Deine Gewichtsargumentation kann ich leider nicht nachvollziehen. Wechselintervall des Riemens hab ich auch bei der Kette, OK der Riemen ist teuerer aber eine Kette muss ich mehrmals in der Session pflegen (Wartungskosten).


  • Der Unterschied liegt darin, daß die Kette für den Hersteller am billigsten ist! Der Wartungsaufwand ist dem Hersteller dabei wurscht, denn das zahlt der Kunde! Und die Werkstätten verdienen auch noch mit Kettenwechsel.

    Gewicht ist noch ein anderes Argument, denn sonst gäbe es auch noch mehr Motorräder mit Kardan. Wenn ich - auch hier im Forum - so manche Beiträge zum Thema Gewicht lese, dann ist klar warum Hersteller den "Weg des geringsten Widerstands" nehmen. Billig und leicht soll das neue Motorrad sein, wer was anderes möchte fährt Goldwing oder Kuh. Bei HD ist das vielleicht anders, da ticken Hersteller und Kunde aber eh anders. Und selbst bei Guzzisten wird über jedes Gramm gejammert...

    Ich selbst sage von mir ja immer gerne "ich fahre Kardan", weil meine Kettenpflege sich fast auf dem Niveau eines Kardan bewegt. Trotzdem halten meine Ketten ca. 25-30tkm und dann gibts halt einen neuen Satz - so what? Ist doch eh immer im Herbst bei Tante L im Sonderangebot...

  • Das Thema hatten wir im Sommer schon ..

    Zahnriemen-Umbau ist bei der Shiver technisch unmöglich. :headshake Da die Kette DURCH die Schwinge geht. Evtl. wäre es bei einer Dorso' möglich da dort die Schwinge anders ist und die Kette nicht durch die Schwinge geht.


    BMW hatte ja auch Mal eine Maschine mit Zahnriemen, heute nicht mehr.

  • einen Nachteil: bei einer herkömmlichen 2-Arm-Schwinge muss die Schwinge beim Riemenwechsel ausgebaut werden, allerdings bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von 30-40.000 km des Riemens ist das ja nicht so oft der Fall

    Gruß JM

    "Wer glaubt, Motorräder seien heute verzichtbar, hat noch nie so ein Tier zwischen den Beinen gespürt."

    "Aprilia Shiver? Ist das die kleine Schwester von Claudia?"

  • Das Thema hatten wir im Sommer schon .. Sorry,das wollte ich nicht!

    Zahnriemen-Umbau ist bei der Shiver technisch unmöglich. :headshake Da die Kette DURCH die Schwinge geht. Evtl. wäre es bei einer Dorso' möglich da dort die Schwinge anders ist und die Kette nicht durch die Schwinge geht.


    BMW hatte ja auch Mal eine Maschine mit Zahnriemen, heute nicht mehr.

    Ich habe ja auch nicht von einem Umbau geredet, technisch kann eine Shiver, in der Grundkonstruktion, auch zu 100% mit Zahnriemen augestattet werden, da bin ich mir ziemlich sicher! Nur will das der Hersteller eben nicht. Für ihn billiger für uns aufwendiger! Der bessere Antrieb für uns als Endkunde, denke ich, ist es auf jeden Fall. Für mich kein +Punkt für Aprilia.

  • Für mich kein +Punkt für Aprilia.

    ;(, eine solche Diskussion macht mich traurig......ganz schön böse von Aprilia, einfach so einen minderwertigen Kettenantrieb einzubauen :bump

    Oh, ganz übersehen, die absolut überwiegende Zahl aller Motorräder hat Ketten. Das sind doch alles Betrüger die Motorradhersteller. :kotz



    Vielleicht mal ein wenig Lektüre dazu.

    .


    nur wo nix mehr tropft is nix mehr drin
    „Wörter sind sehr einfach. Wer kann machen, machen. Wer kann nicht machen, sprechen. Wer kann nicht sprechen, der schreiben“. G.T.

  • Nur will das der Hersteller eben nicht. Für ihn billiger für uns aufwendiger! Der bessere Antrieb für uns als Endkunde, denke ich, ist es auf jeden Fall. Für mich kein +Punkt für Aprilia.

    oh, warum muß ich jetzt bei dieser Aussage an einen gewissen User denken.....:denk


    Andre: Das macht nicht nur Aprilia so, sondern alle Hersteller ohne Ausnahme. Die Firmen sind nämlich keine Sozialämter, sondern wollen - ja müssen sogar Geld verdienen, damit sie Ihre Angestellten bezahlen können oder Dividende gezahlt werden kann. Die Du, wenn Du die richtigen Aktien hast, auch gerne einstreichst. Und Du arbeitest ja auch für den monatlichen Lohnzettel, oder etwa nicht?


    Beispiele, wo Hersteller gute Lösungen für die Endkunden einbauten und die dann als Ladenhüter / Exoten endeten gibt es auch genug! z.B. die Deauville oder die F800GT wurden den Erbauern nicht gerade aus den Händen gerissen! Warum wurde eine XT / SR 500 millionenfach verkauft: weil sie billig war und einfach zu warten, trotz Kette!


    You get, what you pay for - wenn Deine Shiver 3000 Teuronen mehr gekostet hätte und 15kg schwerer wäre, hätte aber dafür Riemenantrieb: hättest du sie dann gekauft?:wink

  • Letzter Satz von Dir:

    ist ja wohl sehr überzogen, hätte eine Shiver für 150€ Mehrpreis mit Riemenantrieb sicherlich gekauft! :wink

  • Moin,:wink

    bei den FZS 1000 Fahrern mit denen ich ab und an unterwegs bin, sind 2 dabei die auf Riemenantrieb

    umgebaut haben. Wenn ich mich richtig erinnere waren dafür 2400.- € nötig. :-o

    Gruß Volker

    Wir können nicht verhindern, dass wir älter werden -

    aber wir können verhindern, dass wir uns dabei langweilen.

  • Ich denke jedes Konzept (Kette vs. Riemen vs. Kardan)) hat seine Berechtigung mit allen Vor- und Nachteilen.

    In der Anschaffung muss man schon mal den Preis für das jeweilige Konzept in Relation zum Gesamtpreis setzen.

    Dazu kommt dann natürlich die durchschnittliche jährliche Fahrleistung. Viele Fahrer die ich kenne bringen es im Jahr auf keine 2000 km, d.h. höchsten 4 mal Kette pflegen, wenn überhaupt.

    Für Vielfahrer sieht das dann schon anders aus. Aber dann sollte man sich das schon bei der Anschaffung überlegen. Zumindest scheint der Kettenantrieb kein K.O. Kriterium zu sein, wie die Verkaufszahlen zeigen.

    Gruß JM

    "Wer glaubt, Motorräder seien heute verzichtbar, hat noch nie so ein Tier zwischen den Beinen gespürt."

    "Aprilia Shiver? Ist das die kleine Schwester von Claudia?"

  • Hallo,


    das größte Problem beim Riemenantrieb ist, dass der Riemen gleichmäßig gespannt sein muss und daher der vordere Riemenantrieb genau im Umlenkpunkt der Schwinge sein muss. beim Kettenantrieb ist das nicht so, die Kette hängt ja etwas durch (je nach Modell bei der Shiver / Mana 3-4 cm und bei einer Enduro mit längeren Federwegen durchaus mehr) und kann so die Schwingenbewegung ausgleichen.


    Gruß Klaus

  • Wie gesagt geht es mir nicht um eine Umrüstung, sondern dass der Hersteller es gleich verbaut. OK meine 150€ sind zu wenig, aber mit 500€ Mehrpreis zur Kette, das sollte doch machbar sein - schließlich geht das Moped ja in Großserie.


    Erasmuss "Zumindest scheint der Kettenantrieb kein K.O. Kriterium zu sein, wie die Verkaufszahlen zeigen."

    Es bleibt einem ja so gut wie keine Auswahl, dann kauft man halt Kette!


    Aber wie schon gesagt wurde, ist es für Aprilia am einfachsten und am günstigsten. Naja vielleicht wird's mal irgendwann - würde mich freuen!

  • Möchte dazu auch mal was schreiben, ich habe mir vor Jahren mal für eine Triumph Street Twin interessiert. Für diese gab es oder gibt es noch immer (habe nicht nochmals recherchiert) einen Umbausatz für c.a. 800.- Euronen. Lohnt sich natürlich nicht, da man für dieses Geld die Kette paar mal ersetzen kann.


    Vom Gewicht denke ich, dass da kein grosser Unterschied sein wird, da die Kette im Vergleich zum Riemen deutlich schwerer ist. Dafür sind die Riehemräder wahrscheinlich etwas schwerer. Denke das gleicht sich aus.


    PS: Es gibt von BMW immer noch eine mit Zahnriemenantrieb:


    https://www.bmw-motorrad.ch/de/models/tour/f800gt.html


    Der Hauptgrund wird wohl der Preis sein, wobei ich da gleich denke wie Silversurfer15, dass da kein grosser Mehrpreis sein wird, wenn das in Großserie hergestellt und verkauft wird.


    Die Reibung und somit der Leistungsverlust könnte auch ein mögliches K.O. Kriterium sein.


    Hier hat sich doch tatsächlich jemand die Mühe gemacht den Zahnriemen mit einer Kette zu vergleichen (Fahrrad)

    Kann nicht ganz verglichen werden, da wir ja keine Schaltung wie ein Fahrrad haben. Aber doch interessant.


    https://www.rad-lager.de/riemenantrieb.htm


    Schlussendlich wird es doch die Preisfrage sein, wie oft habe ich mir gedacht, hätte man doch... hätte nur .... Franken gekostet. Machen tut es trotzdem keiner.


    Grüsse aus der schönen Schweiz

    Monty

  • Sogar BMW ist mit einem Riemenmodell gescheitert: die F650 gab es auch mal in einer Carver-Version parallel zur F650GS. Gleiche Technik, aber mit "Design" UND: Riemen! Hat wenig Interessenten gefunden, denn "was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht".


    Die Shiver 900 ist ja keine Neuentwicklung, sondern quasi der Nachfolger der 750er. Die beiden Modelle sind ja bis auf den Motor baugleich. Also hätte es sich für Aprilia keinesfalls gelohnt, einen Riemenantrieb zu konstruieren und zu bauen!


    Bei einer Neuentwicklung sähe es anders aus, aber das obige Beispiel kennen auch Aprilianer in Noale - und verbauen eben Kette.