• Unsere Gartenbank braucht neue Latten. Keine Sache, Hornbach hat die mit den richtigen
    Massen. Nur noch Kanten runden und streichen, ist doch einfach.

    Eine Latte hatte ich schon einmal ersetzt, dabei habe ich die Kanten mit unsere heavy duty
    Oberfräse gerundet. Das wollte ich mir und meiner Frau (Pflegerin) nicht noch einmal an tun.

    Also habe ich mir eine leichte japanische Einhandfräse in der Schweiz zu einem guten Preis
    bestellt. Die kam, konnte aber meine Abrundfräser mit 8 mm Schaft nicht aufnehmen.
    Die Odyssee zur Besorgung passender Abrund Fräser habe ich an anderer Stelle schon
    an anderer Stelle beschrieben.

    Auf der Suche nach passenden Abrund Fräser bin ich bei Temu auf Oberfräsen Zubehör
    gestossen.

    Sieht doch alles gut aus, meine Motorrad Bühne wird zum Frästisch, nur noch montieren.

    Jetzt kommt China:

    1. Das Loch in der Fräs Tisch Platte ist zu klein für den Umfang meiner Abrundfräser
      Also habe ich dieses mit Stichsäge und Dremel vergrössert
    2. Die seitlich Führungsplatte wird mit 2 M4 Schrauben mit Flügelmutter gesichert
      Das hält natürlich nicht und die mittige Staubsauger Aufnahme hindert den Arbeitsfluss
    3. Also muss Plan B herhalten, dafür habe ich mir ja dieses Zubehör bestellt
      Aber: Um die Grundplatte mit der Frästisch Schablone zu verbinden muss ich zuerst
      das Gewinde nachschneiden
      Und, auch bei der Schabblone ist das Loch für den Abrundfräser zu klein

    Und jetzt:

    Merke: Wer billig kauft kauft vier mal!

    • Wenn ich alles zusammen ziehe hätte ich eine leichte Mittelklasse Makita Oberfräse
      erhalten, vor Ort bei Hornbach.

    Peter

  • Das Gefühl, ein echtes Chinaschnäppchen gemacht zu haben, scheint so zu blenden, dass die Nieten komplett ausgeblendet werden können und man der Schnäppchenjagd treu bleibt.

    Apropos Nieten.
    Ein Bekannter wollte an seiner Honda die Kette tauschen. Dazu hat er sich beim Chinamann ein Kettennietgerät gekauft. Das Ding war ähnlich dem Kellermann, was wirklich gut funktioniert, kostet aber nur einen Bruchteil.
    Jedenfalls hat sich der Teil des Werkzeugs, der den Druck auf die Niete ausüben sollte, damit die sich verformen kann, beim ersten Versuch plastisch verformt.=) Da hatten die Spezialisten doch wohl glatt vergessen, ihr Werkzeug ausreichend hart zu gestalten.
    Er hat dann das Kellermann von mir bekommen aber ich war wirklich in Versuchung, es ihm nicht zu geben.

    Don't eat the yellow snow where the huskies go (Zappa)

  • ... Jedenfalls hat sich der Teil des Werkzeugs, der den Druck auf die Niete ausüben sollte, damit die sich verformen kann, beim ersten Versuch plastisch verformt.=) Da hatten die Spezialisten doch wohl glatt vergessen, ihr Werkzeug ausreichend hart zu gestalten.

    Das Thema Kettenwerkzeug / Kettenwechsel ist doch schon oftmals hier durchgekaut worden. Schade ist nur, dass es nicht oft genug gelesen wird oder doch noch ignoriert wird. Man kann nur froh sein, dass es keine Verletzungen gibt.

  • Man kann nur froh sein, dass es keine Verletzungen gibt.

    Ich kann mir vorstellen, dass über selbstverursachte Verletzungen oder Schäden am Moped, nur ungern berichtet wird. Wir sind ja alle Helden mit unendlichen Fähigkeiten, da würde es unser mühsam geschaffenes Image doch ziemlich zerdeppern, wenn wir hier erklären würden, auf die Fresse gefallen zu sein, weil wir zu blöd waren eine Kette korrekt zu vernieten.

    Don't eat the yellow snow where the huskies go (Zappa)

  • Das Gefühl, ein echtes Chinaschnäppchen gemacht zu haben, scheint so zu blenden, dass die Nieten komplett ausgeblendet werden können und man der Schnäppchenjagd treu bleibt.

    Das ist (und war schon vor Temu) auch bei IKEA und Anderen so: Gutes ist nicht billig zu bekommen sondern kostet entsprechend. Bei seriöser Kalkulation stehen Preis und Qualität immer in einer Abhängigkeit voneinander.

    Sofern etwas doch extrem günstig im Vergleich zu (vielleicht ja überteuert angebotener) deutscher/europäischer Herstellung zu haben ist: da ist dann sicherlich eine eher überschaubare Qualität oder ein unter anderen Produktions-Bedingungen kalkuliertes Angebot anzunehmen.

    Die Kaufentscheidung ist für mich aber nicht ausschließlich ein pro/contra China- oder IKEA-Thema, sondern die individuelle Überlegung im jeweiligen Einzelfall. Da gibt es ja noch weitere Kriterien die man beachten kann.
    Man sollte nur eben wissen was man tut bzw. möglicherweise in Kauf nimmt.

    So ganz falsch für bestimmte Produkte ist der alte Spruch „wer billig kauft, kauft nochmal“, den ich noch von meinen Eltern gelernt habe, nicht.

  • So ganz falsch für bestimmte Produkte ist der alte Spruch „wer billig kauft, kauft nochmal“, den ich noch von meinen Eltern gelernt habe, nicht.

    Nein, der Spruch ist nicht falsch.
    Wenn Werkzeuge professionell eingesetzt werden, wird sehr oft nicht nur das billige Werkzeug nochmal gekauft werden müssen, sondern oft auch das Werkzeug, was nach dem defekten folgt. Beispiel: Dein Bohrer für das Kernloch für M12 (Sufenbohrer vom billigsten Anbieter, Vollhartmetall, bohrt ein Ø10,3mm Loch und senkt das Bohrloch auch noch an) bricht ab und wenn Du das nicht mitbekommst, folgt dann der Gewindebohrer und bricht ebenfalls ab (weil nun mal kein Kernloch vorhanden ist) und im Anschluss vielleicht noch ein Abstechwerkzeug, weil das am noch steckenden Bohrerrest kollabiert... und wenn`s richtig doof läuft, nimmt die Maschine auch noch Schaden. Das Werkstück ist sowieso hin und Zeit wurde auch verschwendet.
    Es ist also preiswert, vernünftige Werkzeuge einzusetzen. Und zwar immer, es gibt hier keine akzeptablen Ausnahmen von der Regel.

    Im Privatbereich kann das jeder halten wie er will und kann es sich auch erlauben, Zeit und Aufwand für vorzeitig defekte Werkzeuge auszublenden.
    Was auch abhärtet sind die Preise für Werkzeuge. Ein Kellermann Nietgerät für 130,-€ erschreckt nur wenig, wenn gerade ein 1.300,-€-Innenbearbeitungswerkzeug wegen Dämlichkeit vom Anwender in die Schrottkiste gewandert ist.

    Don't eat the yellow snow where the huskies go (Zappa)

  • Das Beispiel mit dem Kettennietgerät zeigt eigentlich ganz gut, wo bei billigem Werkzeug die Grenze zwischen „für den Hausgebrauch reicht es“ und echtem Risiko liegt. Bei einer Oberfräse kann man sich über ein paar zusätzliche Anpassungen und Nacharbeiten vielleicht noch ärgern und am Ende trotzdem zu einem brauchbaren Ergebnis kommen. Bei Werkzeugen, die direkt an sicherheitsrelevanten Bauteilen am Motorrad eingesetzt werden, würde ich dagegen keine Experimente machen. Wenn sich ein Nietwerkzeug beim ersten Einsatz plastisch verformt, möchte ich gar nicht wissen, was passiert wäre, wenn die Kette danach tatsächlich gefahren worden wäre. Da ist gutes Werkzeug am Ende vermutlich die günstigere Variante.

    • Offizieller Beitrag

    LorenParkerr Wer bist Du? >Newbie-Forum

    Glück kann man nicht kaufen - aber ein Motorrad und damit fahren - dann ist man ganz nah dran. :)
    - (über 150.000km (seit Sept. 2011) mit zwei Shiver 750) - seit über 70 tkm mit >MEGAöler = GPS-Kettenöler "the best you can get"

    Vogelsberg
    ...das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas. (Wikipedia)

    Über km mit CALIMOTO seit 2018. :yeehaa

  • Wenn sich ein Nietwerkzeug beim ersten Einsatz plastisch verformt, möchte ich gar nicht wissen, was passiert wäre, wenn die Kette danach tatsächlich gefahren worden wäre.

    Na ja, unabhängig vom eingesetzten Werkzeug sollte man schon nachsehen ob die Kette gescheit genietet wurde, d.h. ob der Niet sich genug verformt hat. Das kann man gut mit einem Messschieber nachmessen, der ø des aufgespeizten Niets sollte etwas größer sein als der ø des Bolzens vor der Vernietung. Wenn dem so ist kann sich die Außenlasche nicht mehr lösen. So habe ich es gemacht, die Kette hält nun seit 15000km. Beim Kettenschmieren wird die Nietung immer mal wieder in Augenschein genommen, sie dient als Anfangspunkt und Orientierung des Schmiervorgsngs mit Kettenspray.

    Shiver 750, EZ 2010

  • Frank-Karl heute kann man nur versuchen gutes Werkzeug zu kaufen. Ich habe einen Antriebswellenausdrücker gekauft. Chinesium 40€, BGS 80€. Also 80€ für BGS online bestellt und dann von BGS ein Chinesium erhalten. Es hat seinen Dienst getan, aber wäre ich nicht unter Zeitdruck gewesen, hätte ich es zurück geschickt.

  • Also 80€ für BGS online bestellt und dann von BGS ein Chinesium erhalten.

    Sieht man leider zunehmend Häufiger. Ich habe bei bei einem CH Elektronik
    Discounter einen Philips Rasierer zu einem Spot Preis bestellt.

    Solange wie ich gewartet habe würde ich Wetten dass die eine Sammelbestellung
    in China gemacht haben. Aber, er tut sein Ding.

    PS: Nettes Synonym "Chinesium"

    Peter

  • Also 80€ für BGS online bestellt und dann von BGS ein Chinesium erhalten.

    Ja, ich weiß, das ist immer öfter so.
    Ich glaube, es macht oft noch einen Unterschied, ob der Werkzeughändler in China produzieren lässt und somit Einfluss auf die Qualität nehmen kann, oder ob er einfach ein- und weiterverkauft, was die Chinesen anbieten. Letzteres hat dann hier wohl BGS gemacht und das Zeug dann zum europäischen Preis weitervertickt... Kundenbindung geht anders.
    Ich mache mir keine Hoffnung mehr, dass es Werkzeuge oder Maschinen zukünftig in der Qualität zu kaufen gibt, die bei uns mal Standard war, das ist vorbei.
    In meinem kleinen Laden stehen noch Maschinen, die teilweise seit mehr als 50 Jahren ihren Dienst tun, Flott, Alzmetall, Meuser, Weiler, PeeWee... ich glaube nicht, dass eine von diesen Firmen (wenn es sie denn noch gibt), heute noch so langlebige Produkte anbietet.

    Ich glaube, das ist meine älteste. Eine Gewindewalzmaschine, die immer noch tadellos funktioniert.
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    Einmal editiert, zuletzt von Frank-Karl (28. September 2026 um 07:57)

  • Frank-Karl, warum sollte eine Maschine aus 1955 nicht mehr ordentlich arbeiten?

    Es verwundert heute nur etwas, dass eine 71 Jahre alte Maschine durchgehend funktioniert... in der Zeit wo ich sie nutze, habe ich zwei Lager gewechselt, sonst war nix.

    Ich behaupte mal, eine heute neue Maschine, funktioniert im Jahr 2097 nicht mehr.

    Vor ein paar Jahren habe ich einen neuen ¹⁄₂" Ratschenkasten für die Firma gekauft. Auch bei mir sind Nüsse in der Lage einfach so zu verschwinden und irgendwann muss dann Ersatz her.
    Mein Werkzeughändler hat mir dann drei verschieden Kästen angeboten.
    Für 100,-€ einen Kunststoffkasten aus China.
    Für 200,-€ einen Metallkasten aus China.
    Für 300,-€ einen Metallkasten mit polierten Nüssen, aus China aber mit dem Schriftzug „Made in Germany“.
    Kein Scherz, das waren seine Worte.

    Hazet, gefühlte 100 Jahre alt.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Frank-Karl (28. September 2026 um 09:37)

  • Frank-Karl Gedore, die streiken, wenn sie China machen sollen ^^

    Ich weiß ja nicht. Ob Gedore wirklich der Versuchung widerstehen kann, auch für die „Erstlinie“ mal beim Chinamann anzufragen?

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  • Die machen keine "Erstlinie". Die machen nur "Garantie à vie". Problem, irgendwann hat jeder so einen Kasten, und dann? Das ist wie die Autos von Panhard, die aus Alu waren und nie kaputt gingen. Irgendwann hatte jeder einen und Panhard ging Pleite.

  • Frank-Karl, da hast du natürlich recht. Bei mir in der Werkstatt steht noch (wird kaum noch genutzt) ein Dickenhobel aus den 30er Jahren. Läuft..und läuft..und läuft..

    :crash