Jacken - warum gibt es scheinbar keine wirklichen Allrounder?

Liebe Mitglieder: ich möchte an dieser Stelle auf ein neues Projekt von mir aufmerksam machen: www.japan-stromer.de bietet allen Fans der neuen Honda WN7 eine Plattform.

Dabei handelt es sich um das erste größere Elektromotorrad von Honda. Vielleicht finden das einige doch interessant und wollen dieser Technologie eine Chance geben.

Honda WN7 Forum

Die gewohnte Forensoftware und mich gibt's mit dazu ;-)
Euer Admin Markus

  • Die Aussage ist etwas übertrieben, aber bei den Werbeversprechungen kann schnell der Eindruck entstehen, als könnte jede Art von Jacke unglaublich viel und ersetzt praktisch alle anderen Jacken auf dem Markt.

    Seit dem ich ein großartiger Abenteurer bin und (was sonst?) ein Adventurebike fahre, habe ich einige Jacken getragen, aber keine von denen ist wirklich ein Allrounder.

    Zuerst war da eine Rukka Trave-R. Eine Jacke mit verbauter Membran, sie ist auch wirklich wasserdicht, trägt sich angenehm, ist für mich aber oberhalb von 20°C einfach zu warm. Die Jacke macht einen sehr guten Eindruck, scheint wirklich gut verarbeitet zu sein, hat vielleicht zwei Taschen zu wenig. Bei kühleren Temperaturen trage ich sie wirklich gern und auch die entsprechende Hose dazu.

    Um es im Sommer etwas kühler zu haben, habe ich mir eine Held Sonic Meshjacke gegönnt. Das Ding ist zwar leichter, als die Rukka, aber die Mesh-Durchlässe sind irgendwie enttäuschend. Es kommt mehr Luft durch, als bei der Rukka, aber wirklich gut durchlüften kann sie nicht. Außerdem ist sie nicht sonderlich gut verarbeitet, nach einer Saison beginnen die Reisverschlüsse zu schwächeln.

    Nun habe ich mir eine Rev’it Sand 5 angeschaut. Obwohl als „leicht“ beworben, ist sie genau das leider nicht. Mir gefallen die großen Lüftungsöffnungen, wie sie in der Praxis funktionieren, kann ich nicht sagen.

    Eine Abkehr von einer verbauten Membran scheint mir aber sinnvoll. Ich glaube, die Membran in meiner Rukka Trave-R ist hauptverantwortlich für das stets mollig-warme Gefühl in ihr. Membranen waren beim Lesen der Produkteigenschaften schon immer besser, als sie dann tatsächlich funktioniert haben. Mag das „Feuchtigkeit draußen halten“ noch funktionieren, an einem warmen Tag schaffen es Dinger immer noch nicht, eine ausreichende Menge an „Dampf“ nach draußen zu befördern.

    Eine Jacke wie die Sand 5 von Rev’it, ohne Menbran, bestehend aus mehreren Einzeljacken, scheint mir jede einzelne Disziplin (Schutz, Durchlüftung, Regenschutz) besser zu können, als eine Jacke mit verbauter Membran, allerdings geht das ein bisschen auf Kosten der Bequemlichkeit… im Fahrbetrieb lassen sich die Lüftungsöffnungen teilweise bedienen, zum an-/überziehen des Regenschutzes muss aber angehalten werden.

    Sehr gerne tragen ich eine alte Wachscottonjacke. Sie bietet zwar keinen Regenschutz ist aber nahezu ideal bei Temperaturen um die 20°C, leider aber nicht wirklich brauchbar für längere Touren.

    Und reine „Regen-oben-drüber-Vollgummi-Bekleidung“ finde ich grässlich. Selbst wenn ich die dabei habe, beschließe ich bei beginnendem Regen eigentlich immer weiter zu fahren und nass zu werden… bis ich die Klamotten über meine normale Motorradbekleidung gepresst habe, bin durchgeschwitzt und überlaunig.

    Wie haltet ihr das mit der Allroundbekleidung?

    Don't eat the yellow snow where the huskies go (Zappa)

    Einmal editiert, zuletzt von Frank-Karl (3. Juli 2025 um 13:14)

  • Ich hab mir zwar auch ne Laminatkombi geholt, diese ist aber eigentlich nur für Frühjahr und Herbst wenn die Temperaturen kaum die 20°C erreichen und das Wetter gern wechselhaft ist.

    Für 90% der "Saison" fahre ich im Zwiebellook.

    1. Unterwäsche Merino

    2. Schutzschicht: Protektorenjacke "Knox Armor" + Leatt Kniebrace + Hose mit AA Rating und passendem MX Jersey - weil Style gewinnt :peace

    3. Wetterschicht: Hab ne Leatt Windstopperweste mit kleinem Packmas im Tankrucksack. Ansonsten ne Softshell oder Regenjacke und Hose. Hier hab ich meine alte Jack Wolfskin Outdoorjacke recycled. Die ist fix drüber gezogen ist groß genug, dass auch alle Protektoren drunter passen. Dazu ne GoreTEX BW Regenhose für 20€ von Ebay. Da springst selbst mit dicken MX Stiefeln ohne gehampel rein.

    Fertig. So war ich 2x auf dem Balkan und im Herbst auf Sardinien unterwegs und immer "gut" angezogen.

    • Offizieller Beitrag

    Wie haltet ihr das mit der Allroundbekleidung?

    Die >Sand 5 von Rev’it hatte ich anprobiert um eine Jacke zu haben die auch mit einer Airbagweste funktionieren kann. Die gibt es aber farbig nur in "africa-twin-Farben".

    Somit fahre ich weiter wie bisher auch, Leder bei normalen Temperaturen, Mesh-Jacke bei 28°C und mehr, dazu den zweiteiligen Regenanzug (der eigentlich nur zu den Wochenendtreffen mitgeführt wird.

    Allroundbekleidung kann immer nur ein (fauler) Kompromiss sein.

    .

    Glück kann man nicht kaufen - aber ein Motorrad und damit fahren - dann ist man ganz nah dran. :)
    - (über 140.000km (seit Sept. 2011) mit zwei Shiver 750) - seit über 60 tkm mit >MEGAöler = GPS-Kettenöler "the best you can get"

    Vogelsberg
    ...das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas. (Wikipedia)

  • Ich bin ein Fan von Allroundbekleidung, im Sinne von Z-Liner, also getrennte Membranjacke zum Drunterziehen unter eine schützende Jacke. Die Membranjacke muss man auch nicht an der Jacke befestigen, einfach getrennt anziehen. So fahre ich jetzt bestimmt schon 10 Jahre, angefangen mit einer Revit Sand 2, später IXS Montevideo. Immer irgendwie Abverkauf oder so, ich zahle sicher nicht über 500 Euro für einen Anzug.

    Laminatkleidung, wo die Membran fest mit der Jacke/Hose verklebt ist, würde ich nur tragen, wenn es sicher nicht über 20 Grad auf der Reise hat, oder wenn es ein Regentag wird. Die Oberjacke der Z-Liner kann sich irgendwann voll saugen, besonders bei Dauerregen, oder wenn die Imprägnierung nachlässt. Da die Imprägnierung darunter leidet, vermeide ich es auch, die Jacken zu waschen. Ja, man kann sie mit besonderem Waschmittel auch neu imprägnieren, aber dann halt auch von innen. Wenn sicher Dauerregen kommt und man mit Z-Liner unterwegs hilft eine Regenjacke. Das soll Laminat eigentlich besser können, aber bei so 'nem richtigen Scheißtag kann man da auch Pech haben. Außer wenn es ganz neu und richtig teuer ist. Regenjacke überziehen finde ich jetzt aber auch nicht so schlimm.

    Zur Belüftungen eignen sich übrigens absolut alle Verschlüsse und Öffnung an deiner Jacke. Ich mag z.B. gern "RAM Air" von vorne in die Ärmel. Und auf einem Motorrad mit breiter Verkleidung und Windschild wie der Tuareg ist es auch generell wärmer als auf einer zugigen Naked. Ich bin schon am Überlegen, die Fake-Lüftungseinlässe an der Seite zu durchlöchern...

    Mesh Jacken sind besser als keine Schutzkleidung, aber Abriebfestigkeit darf man da nicht erwarten. Die halten wirklich nur die Protektoren an der richtigen Stelle für den allerersten Aufprall. Die haben also das kleinste brauchbare Anwendungsfenster.

    Und die Hose bitte nicht vergessen. Kollege hat die 1200-Euro-Laminat-Jacke mit gaaaanz vielen Belüftungen, die ganz bestimmt ganz toll funktioniert, und auch die passende Hose dazu. Im Sommer hat er das dann mit einer Jeans kombiniert, weil das mit der Lüftung vielleicht doch nicht so toll war. Und dann kam der Regenschauer. Da man unterwegs schlecht die Membranhose anziehen kann, muss man sich entweder morgens entscheiden, oder halt 'ne Regenhose mitführen, die man menschenwürdig unterwegs anziehen kann.

    Einmal editiert, zuletzt von blahwas (3. Juli 2025 um 09:42)

  • Das ist wirklich nicht einfach. Wenn ich mit der Guzzi fahre, dann meistens mit Lederjacke oder einer perforierten Lederjacke und M Jeans und dazu kurze Boots. Dann braucht man aber auch einen Regenanzug.

    Für die Tuareg habe ich mir eine Klim Carlsbad im Winter (etwas billiger) zugelegt ebenso eine ähnlich aufgebaute Hose von Revit (leicht, GoreTex laminiert , AA Rating, Level2 Protektoren) mit großzügigen Belüftungsreißverschlüssen. Mir geht es wie Frank, ich habe keine Lust anzuhalten und eine Pelle drüber zu ziehen auch eine Z Liner Jacke kommt für mich nicht in Frage und schon gar nicht eine Z Liner Hose. Das ist mir zu umständlich!

    Bei meiner letzten großen Balkan Tour mit bis zu 40 Grad Celsius hatten mein Mitfahrer und ich nur einen Meshanzug dabei und eben einen Regenanzug. ..... Es regnet nicht so stark, man kann ja weiter fahren, hört bestimmt gleich auf - Pustekuchen wir waren naß bis auf die Haut. Auch der Meshanzug war bei 40 Grad zu warm, leider.

    Mal sehen, ob die Carlsbad im Hochsommer fahrbar ist. Hab ich noch nicht getestet, trotz dieser Temperaturen in den letzten Tagen.

  • ...

    Mesh Jacken sind besser als keine Schutzkleidung, aber Abriebfestigkeit darf man da nicht erwarten. Die halten wirklich nur die Protektoren an der richtigen Stelle für den allerersten Aufprall. Die haben also das kleinste brauchbare Anwendungsfenster.

    ..

    das stimmt so nicht. Gibt mittlerweile einige AA zertifizierte Meshjacken. Damit ist zumindest ein halbwegs brauchbarer Abriebschutz vorhanden.

    z.B. Knox Armor, AS AdventureSpec, Revit haben sowas im Programm

  • da bin ich voll bei Hias :
    Funktionsunterwäsche, "unabhängige" Protektoren und dann Klamotte am Wetterlage angepasst, Regenschutz extra.

    Alles Anderes hat bei mir nie wirklich gepasst: zu schwitzig, zu luftig, zu wenig Bewegungsfreiheit, zu kalt, zu warm, nicht dicht genug usw.

  • Welche KNOX meinst Du ?

    Diese hat nur Rating A und auch nur Level 1 Protektoren.

    https://www.planet-knox.com/de/produkt/act…ured-shirt-mk2/

    Die MK3 ist mit AA Rating

    Herren Urbane Pro® MK3 - Silbernes Kettenhemd - Knox
    Die Urbane Pro Mk3 ist so konzipiert, dass sie bei heißem Wetter ohne Jacke getragen werden kann. Sie ist das vielseitigste CORE-Kleidungsstück für jeden…
    www.planet-knox.com
  • Ich habe mit der Klim Latitude bisher gute Erfahrungen gemacht. Die Ventilation der Jacke funktioniert sehr gut, auch bei höheren Temperaturen - so lange ich bei der Nordvogesen-Tour gefahren bin, war alles okay. Bei der Hose kommt nicht so viel Luft durch. Regendicht scheint sie auch zu sein. Allerdings muss man sich bei < 15 Grad definitiv was drunter ziehen, z.B. ein Vlies.

    Für die Hausrunde ziehe ich eine uralte Mesh-Jacke mit Airbagweste drunter an. Das funktioniert ziemlich gut. Leder kommt bei mir fast gar nicht mehr vor. Für die Temperaturen, die wir in den letzten Tagen hatten, gibt es aber wohl gar keine Wohlfühl-Bekleidung. Da ist es mir selbst im T-Shirt auf der Vespa zu heiß.

  • Wenn man wirklich alles abdecken will, kommt man um jeweils einzelne Layer nicht herum. Die Frage ist aber dann, wohin mit dem ganzen Krempel. Gerade auf der Tuareg gibt's kaum Optionen, wenn man nicht das ganze Gepäckgeraffel spazieren fahren will. Zudem wird das Gepäckvolumen dann deutlich reduziert.

  • Die >Sand 5 von Rev’it hatte ich anprobiert um eine Jacke zu haben die auch mit einer Airbagweste funktionieren kann. Die gibt es aber farbig nur in "africa-twin-Farben".

    Ich hatte die Sand 5 in der Farbe „Sand-Blue“ hier, habe sie aber wegen „zu bunt“ wieder retourniert. Nun warte ich auf die „Silver-Anthracite“. Ich weiß, dass hell und bunt sicherer als schwarz-grau-dunkel ist, ich mag aber keine farbigen Klamotten.


    Zu „abriebfest“ und „Protektoren“ hatten wir hier ja schon mal vor ein paar Tagen was geschrieben, für mich scheint es so zu sein, dass die Abriebfestigkeit von Textil-Klamotten eher mies ist und die verbauten Protektoren oft ein Witz sind... die Anbieter werden wissen, warum sie in der Werbung so viel Wind um die Sicherheit machen und lieber nicht erzählen, dass sie nur das niedrigste Level der gesetzlichen Vorgaben erfüllen und selbst den, wirklich sinnvollen, Rückenprotektor stets nur gegen Aufpreis anbieten (tolle Leistung der Lobbyisten, Schulter-und Ellenbogenprotektoren zu verbauen, aber beim Rückenprotektor können die Anbieter sich einen schlanken Fuß machen).
    Ich habe aber auch gelernt, dass Abriebschutz und sinnvolle Protektoren nicht mit Bequemlichkeit und Komfort kompatibel sind.
    Bei mir kommt nach auch noch eine Airbagweste hinzu, die auf der Vorderseite die Gummiblase bereithält und die sicherlich keiner guten Belüftung zuträglich ist.
    Es ist halt alles ein Kompromiss... fällst Du nicht auf die Fresse, sind die Schutzmaßnahmen nur sinnlose Nerverei, bei einem Sturz werde ich darüber ärgern, nich noch mehr Vorkehrungen getroffen zu haben.

    Don't eat the yellow snow where the huskies go (Zappa)

    • Offizieller Beitrag

    „zu bunt“

    Ja die ist halt durch die vier Farben: Grau-Schwarz-Blau-Rot wirklich bunt. Nennt der Hersteller aber "Siber-Blau".

    Rückenprotektoren in den Jacken halte ich prinzipiell für zu klein/kurz.

    .

    Glück kann man nicht kaufen - aber ein Motorrad und damit fahren - dann ist man ganz nah dran. :)
    - (über 140.000km (seit Sept. 2011) mit zwei Shiver 750) - seit über 60 tkm mit >MEGAöler = GPS-Kettenöler "the best you can get"

    Vogelsberg
    ...das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas. (Wikipedia)

  • Die Oberjacke der Z-Liner kann sich irgendwann voll saugen, besonders bei Dauerregen, oder wenn die Imprägnierung nachlässt. Da die Imprägnierung darunter leidet, vermeide ich es auch..

    Hier finde ich die Möglichkeit, den Regenschutz der Rev'it Sand 5 wahlweise über oder unter der eigentlichen Jacke zu tragen, sehr sinnvoll. Ich hab`s probiert, es funktioniert sehr gut.

    Die ebenfalls mitgelieferte Isolierjacke brauche ich nicht, die nutze ich schon bei meiner Rukka nicht, da ist mir ein Funktionspulli zusätzlich lieber.

    Don't eat the yellow snow where the huskies go (Zappa)

  • Ich werfe mal noch meine Pandomoto mit rein.

    Die hat in der Tat AA und Level 1 Protektoren, der Rückenprotektor hat Level 2

    https://pandomoto.com/de/produkt/all…rt-shell-uh-03/

    Interessantes Ding! Das kann man sich warme und wasserdichte Klamotten aus dem Sportgeschäft drüber ziehen, ohne Mondpreise zu zahlen. Wenn man die Pandomoto direkt auf der Haut trägt, muss man die ja auf regelmäßig waschen. Macht sie das gut mit? Ich habe im Urlaub den kühlen Baselayer gern doppelt oder dreifach dabei...

  • Das ist echt eine Philosophiefrage und vor allem für Ganzjahres- und/oder Allwetterfahrer sowie auf längeren Reisen wenn die Wetterprognose nicht reicht oder die Regionen zu unterschiedliche Gegebenheiten haben, nicht einfach zu lösen. Ich habe - glaube ich - schon alle Varianten durchprobiert.

    Am Ende bin ich jetzt bei einer bunten Mischung aus Optionen, die bei Bedarf genutzt und ggf. kombiniert werden.

    Lange Reisen ohne enormes Hitzepotential sowie Herbst/Winter/Frühjahr oder Sommer bei viel Regen: Klim Latitude Jacke und Hose. Deckt eine enorme Bandbreite ab, kommt aber ab 30 Grad sehr deutlich an Grenzen.

    Lange Reise mit viel Hitze oder einfach im Sommer bei Trockenheit: Klim Dakar Jacke und Hose. Ab 15 bis hin zu 35 Grad super nutzbar, ggf. was warmes drunter oder was dichtes drüber.

    Für die lockere Tour bei schönem Wetter mit RnineT oder Tuono: Motorrad Jeans oder Cargohose mit Lederjacke.