Die Aussage ist etwas übertrieben, aber bei den Werbeversprechungen kann schnell der Eindruck entstehen, als könnte jede Art von Jacke unglaublich viel und ersetzt praktisch alle anderen Jacken auf dem Markt.
Seit dem ich ein großartiger Abenteurer bin und (was sonst?) ein Adventurebike fahre, habe ich einige Jacken getragen, aber keine von denen ist wirklich ein Allrounder.
Zuerst war da eine Rukka Trave-R. Eine Jacke mit verbauter Membran, sie ist auch wirklich wasserdicht, trägt sich angenehm, ist für mich aber oberhalb von 20°C einfach zu warm. Die Jacke macht einen sehr guten Eindruck, scheint wirklich gut verarbeitet zu sein, hat vielleicht zwei Taschen zu wenig. Bei kühleren Temperaturen trage ich sie wirklich gern und auch die entsprechende Hose dazu.
Um es im Sommer etwas kühler zu haben, habe ich mir eine Held Sonic Meshjacke gegönnt. Das Ding ist zwar leichter, als die Rukka, aber die Mesh-Durchlässe sind irgendwie enttäuschend. Es kommt mehr Luft durch, als bei der Rukka, aber wirklich gut durchlüften kann sie nicht. Außerdem ist sie nicht sonderlich gut verarbeitet, nach einer Saison beginnen die Reisverschlüsse zu schwächeln.
Nun habe ich mir eine Rev’it Sand 5 angeschaut. Obwohl als „leicht“ beworben, ist sie genau das leider nicht. Mir gefallen die großen Lüftungsöffnungen, wie sie in der Praxis funktionieren, kann ich nicht sagen.
Eine Abkehr von einer verbauten Membran scheint mir aber sinnvoll. Ich glaube, die Membran in meiner Rukka Trave-R ist hauptverantwortlich für das stets mollig-warme Gefühl in ihr. Membranen waren beim Lesen der Produkteigenschaften schon immer besser, als sie dann tatsächlich funktioniert haben. Mag das „Feuchtigkeit draußen halten“ noch funktionieren, an einem warmen Tag schaffen es Dinger immer noch nicht, eine ausreichende Menge an „Dampf“ nach draußen zu befördern.
Eine Jacke wie die Sand 5 von Rev’it, ohne Menbran, bestehend aus mehreren Einzeljacken, scheint mir jede einzelne Disziplin (Schutz, Durchlüftung, Regenschutz) besser zu können, als eine Jacke mit verbauter Membran, allerdings geht das ein bisschen auf Kosten der Bequemlichkeit… im Fahrbetrieb lassen sich die Lüftungsöffnungen teilweise bedienen, zum an-/überziehen des Regenschutzes muss aber angehalten werden.
Sehr gerne tragen ich eine alte Wachscottonjacke. Sie bietet zwar keinen Regenschutz ist aber nahezu ideal bei Temperaturen um die 20°C, leider aber nicht wirklich brauchbar für längere Touren.
Und reine „Regen-oben-drüber-Vollgummi-Bekleidung“ finde ich grässlich. Selbst wenn ich die dabei habe, beschließe ich bei beginnendem Regen eigentlich immer weiter zu fahren und nass zu werden… bis ich die Klamotten über meine normale Motorradbekleidung gepresst habe, bin durchgeschwitzt und überlaunig.
Wie haltet ihr das mit der Allroundbekleidung?
