Kellermann ist insolvent

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    Geschäftsbetrieb geht weiter
    Bekannt für seine Miniblinker, ist der Zubehörhersteller Kellermann in der Motorradszene sehr beliebt. Dennoch musste das Unternehmen jetzt Insolvenz anmelden.
    www.tourenfahrer.de
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    02.07.2024

    Bekannt für seine Miniblinker, ist der Zubehörhersteller Kellermann in der Motorradszene sehr beliebt. Dennoch musste das Unternehmen jetzt Insolvenz anmelden.

    Am 19. Juni 2024 hat die Kellermann GmbH beim Amtsgericht Aachen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Damit bleibt die Geschäftsführung um Dr. Stefan Wöste und Ulrich Bos im Amt. Unterstützung bei der Restrukturierung kommt von Rechtsanwalt Markus Freitag von der Kanzlei AndresPartner. Rechtsanwalt Dr. Mark Boddenberg von der Eckert Rechtsanwälte Steuerberater soll die Gläubigerinteressen waren.

    Als Grund für die finanzielle Schieflage nennt das Unternehmen die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, die Konsumzurückhaltung sowie die durch die Inflation gestiegenen Energie- und Einkaufskosten.

    Der Geschäftsbetrieb soll ohne Einschränkungen weiterlaufen, Löhne und Gehälter der 32 Mitarbeiter sind für drei Monate durch das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gesichert.

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    Glück kann man nicht kaufen - aber ein Motorrad und damit fahren - dann ist man ganz nah dran. :)
    - (über 120.000km (seit Sept. 2011) mit zwei Shiver 750) - seit 45 tkm mit >MEGAöler = GPS-Kettenöler

    Vogelsberg
    ...das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas. (Wikipedia)

    Einmal editiert, zuletzt von MegaLagu (12. Juli 2024 um 20:09) aus folgendem Grund: Link erneuert.

  • Die Produktion geht jetzt bestimmt in das Ausland,dort ist es kostengünstiger zu produzieren.Die Entwicklung und Konstruktion bleibt hier,der Rest wandert ab

    Habe ich selbst mitmachen dürfen bzw.müssen.

    Schade,aber so ist die Sache nunmal:ddown

    Und Kellermann werden nicht die letzten sein :denk

    Liebe Grüsse aus dem Bergischen Land und alles bleibt besser ;)

    Bleibt alle negativ aber denkt positiv :-/

  • Schauen wir mal, ob das Amtsgericht Aachen die Selbstverwaltung auch erlaubt. Erstmal geht es bei der Insolvenz darum, das Gehalt der Mitarbeiter vom Staat zu bekommen (Insolvenzgeld). Da wird der genau hinschauen, wie das Insolvenzverfahren abläuft und es sich nicht nehmen lassen, Einfluss zu nehmen.

    Hätte Gott gewollt, dass Moppeds sauber sind, wär' Spüli im Regen...

    Fahren statt putzen...

  • ...und es sich nicht nehmen lassen, Einfluss zu nehmen.

    Bei einem Unternehmen, was sich selber in die Zahlungsunfähigkeit manövriert hat, tut Einflussnahme von dritten wohl auch Not.

    Die Crux ist die Tatsache, dass fast alles, überall auf der Welt hergestellt werden kann. Und es gibt immer einen, der es noch billiger macht. Ich habe vor über 30 Jahren (ja ich weiß, Opa erzählt wieder vom Krieg) schon gelernt, dass Zertifikate an die Stelle von Qualität getreten sind. Und die Einkäufer weltweit, haben kein Problem damit, sehenden Auges, Murks einzukaufen, wenn der Lieferant nur bitte das passende Zertifikat vorweisen kann.
    Somit wird auch klar, dass deutsche Produzenten die ersten sind, die ins globale Gras beissen. Bis dahin können sie noch eine Weile selber Murks in Fernost produzieren lassen (z.B. Automotiv), letztlich bleiben sie aber auch damit teurer, als das Original aus China.

    Don't eat the yellow snow where the huskies go (Zappa)

  • Sehr, sehr schade. Leider steigt der Druck auf die Firmen immer weiter. Da können wir uns nur bei der Politik bedanken.

    Du meinst, weil die Politik zwar miese Bezahlung zulässt, aber immerhin einen (viel zu niedrigen) Mindestlohn installiert hat, gehen die Firmen pleite?
    Unsere Großkonzerne lassen vor allem in Fernost produzieren, weil die Kapitaleigner den Hals nicht voll bekommen. Und ja, wenn 12% Rendite nicht ausreichen und man durch Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer 18% Rendite erzielen kann und dann behauptet, mit den 12% Rendite würde man 6% Miese machen, wird ein Schuh draus.
    Das Kapital ist gnadenlos und biegt sich die Politik schon so zurecht, wie sie am effektivsten ist.
    Und zuletzt kaufen wir auch selber viel zu gern und viel zu oft billig. Wir kaufen nicht bei den Unternehmen, die uns beschäftigen, wir kaufen lieber bei den globalen Riesen, die wenig bis keine Verantwortung für unser Gemeinwesen haben.
    Einfach mal hier im Forum umschauen, wie oft der Preis der entscheidende Faktor ist, wie oft sich Leute dafür feiern lassen, dass sie irgend ein Verschleiß- oder Ersatzteil möglichst billig eingekauft haben und wie oft Händlern Abzocke unterstellt wird, wenn sie einfach nur gesund kalkulieren.

    Ich finde es zu einfach, der Politik den schwarzen Peter zuzuschieben.

    ... sagt ein Unternehmer. :wink

    Don't eat the yellow snow where the huskies go (Zappa)

  • Ich denke auch dass es am Kunden, also an uns liegt. Billig geht vor Qualität und wo die Sachen produziert werden ist fast jedem egal.

  • alibaba rulz. Aber alibaba ist wegen temo jetzt selbst unter Druck. Und jeje67 findet im Zweifel noch billiger als temo. Das ist das System. Problem: einige Systemteilnehmer spielen nicht fair, unterbieten alles bis sie fast alleine sind und fahren dann riesige Monopolgewinne ein. Amazon war der erste(mit über $$ 70Mrd Initialverlust. Heute ist Amazon nicht mehr "billig", sondern "bequem". Dafür gehen jetzt die Innenstädte kaputt. Aber das ist für die (lokale) Politik, die gegen Amazon nix machen kann. So ist die europäische Solarbranche kaputt gemacht worden. So hat Uber versucht, die gesamte Taxi-Branche zu übernehmen (auf dem Rücken der Fahrer) und so fängt China gerade an, seine Wettbewerbsvorteile in der Batterieherstellung zu nutzen, um die schlafenden Autohersteller in der EU zu terminieren.

    Das kann nur Brüssel ändern. Es sei denn man wählt die Nationalisten. Dann wird aus einmal gross wieder viele kleine und die können sich gar nicht mehr wehren. Das ist also nicht NUR der Kapitalismus, sondern die Unfähigkeit des Staates, zeitnah den Markt vernünftig zu regulieren und Chancengleichheit herzustellen.

  • wie oft der Preis der entscheidende Faktor ist, wie oft sich Leute dafür feiern lassen, dass sie irgend ein Verschleiß- oder Ersatzteil möglichst billig eingekauft haben und wie oft Händlern Abzocke unterstellt wird, wenn sie einfach nur gesund kalkulieren.

    Jetzt mal ganz ehrlich:Ich habe für mein Moped eine neue Batterie gebraucht.

    Bei meinem Moped Händler hätte die ca.105 -€ gekostet,bei einem Ersatzteil Händler bei uns im Dorf habe ich 55.-€ und ein paar gequetschte bezahlt.Genau die Batterie die mir auch mein Moped Händler verkauft hätte.Das heißt ich hätte ca.50% mehr bezahlen sollen nur um den Moped Händler zu unterstützen,nö,mache ich nicht.

    Und beide Händler hatten die nicht vor Ort,haben die also bestellt.Und was macht der eine Händler anders als der andere beim bestellen? Die setzen sich hin und bestellen,sollte für beid der gleiche Aufwand sein.

    Bei 10,vielleicht 15.-€ hätte ich kein Problem damit gehabt,aber bei ca.50.-€ hört das mit der Unterstützung auf.Das ist meine Meinung dazu.

    Kurz zu den Preisen beim Händler:wie kommt es das ein Händler mir für mein Moped 4.000.-€ geben will,wenn ich es in Zahlung gebe,und ein anderer,keine 20 Kilometer weiter,gibt mir 5.500.-€ dafür?Und ich möchte fast das identische Mope kaufen.

    Liebe Grüsse aus dem Bergischen Land und alles bleibt besser ;)

    Bleibt alle negativ aber denkt positiv :-/

  • Ich behaupte ja nicht, dass das Sparen immer falsch ist.

    Wenn aber der Ersatzteilhändler schon tief in den Miesen hängt und er sich erlauben muss, die Batterie mit einem kalkulatorischen Minus zu verkaufen (und das ist relativ sicher so!), dann zieht die schlechte finanzielle Lage des Ersatzteilhändlers die zukünftig schlechte finanzielle Lage des Mopedhändlers nach sich und in der Folge wird es weder den Ersatzteilhändler noch den Mopedhändler geben... Stichwort Werksniederlassungen bei den Automarken --> keine Konkurrenz = schlechte Bedingungen für den Kunden.
    Vermutlich gilt das Gleiche für den Mopedhändler. Der eine macht ein gesundes Geschäft, der andere zögern sein Aus noch einige Zeit hinaus.

    Ich behaupte ja auch nicht, dass ich mich immer korrekt verhalte und einem Plus von 1.500,- € würde ich auch nicht ausschlagen... wenn es das denn letztlich wirklich ist.
    Die Dinge hängen halt nur alle zusammen und wenn der Händler, der 1.500,-€ mehr für die Gebrauchte zahlt, bei der Garanatie- oder Gewährleistungsabwicklung nicht zur Verfügung steht, reduzieren sich die 1.500,- € u.U. sehr schnell.

    Don't eat the yellow snow where the huskies go (Zappa)

  • Wenn aber der Ersatzteilhändler schon tief in den Miesen hängt

    Den gibt es schon seit ca.20 Jahren bei uns im Dorf,so tief kann der nicht hängen.

    bei der Garanatie- oder Gewährleistungsabwicklung nicht zur Verfügung steht, reduzieren sich die 1.500,- € u.U. sehr schnell.

    Da gebe ich Dir recht.

    Liebe Grüsse aus dem Bergischen Land und alles bleibt besser ;)

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