Merkwürdigkeit beim Ventile Messen

  • Servus meine Lieben,


    die Toleranzen für das Ventilspiel sind:

    Einlass: 0,11 mm - 0,18 mm

    Auslass: 0,16 mm - 0,23 mm


    Die Messung bei meiner Shiverino hat mir folgende Werte geliefert:


    A: 0,08A: 0,15
    E: 0,07E: 0,12
    E: 0,12E: 0,10
    A: 0,16A: 0,13


    Das entspricht einem Delta zum unteren Ende der Toleranzen von:


    A: 0,08A: 0,01
    E: 0,03/
    /E: 0,01
    /A: 0,03


    Die Shiver steht jetzt bei 35.000 km. Die letzte Inspektion in einer Vertragswerkstatt hatte ein Vorbesitzer mit der 20.000er.

    Den haben sie ordentlich übers Ohr gehauen. Oder?

    Ich meine, wie sollte ein Delta von >0,08 mm am vorderen Auslassventil und ein Delta von >0,03 mm am vorderen Einlassventil in 15.000 km entstanden sein?

    Die haben wohl ordentlich kassiert, aber nichts gemacht.

    Die Zündkerzen, die ich bei ~25.000 km gewechselt hatte, sahen auch aus, als wären es die Ersten und der Luftfilter war dicht, wie es ein Luftfilter erst nach 35.000 km sein kann.


    Was ich euch damit sagen möchte: Wenn ihr nicht kontrollieren könnt, ob eine Arbeit wirklich verrichtet wurde, machts lieber selbst. 👨🏻‍🔧

  • Lediglich als Gedankengang:

    Inwiefern spielt die Außentemperatur eine Rolle?

    Ventilspielkontrolle bei kaltem Motor heißt es.

    Reifendruck prüfen bei kalten Reifen, bei 20°C.

    Könnte dies eventuell zu Messverfälschungen führen (wir sprechen hier von Messungen im 1/100mm Bereich),

    wenn in der Garage oder wo auch immer, die Temperatur unter 20°C ist.

    Die letzten Tage war es nicht gerade kuschelig warm, eher um die 10°C.

    Konntest du bereits Pitting an den Nockenwellen feststellen?


    Und stimmt die allgemein gültige Aussage, dass sich die Ventilteller langsam in den Kopf einarbeiten

    und dadurch das Ventilspiel eher in Richtung untere Toleranz bewegt?

    Bei meinem Einzylinder bewegt sich das Ventilspiel eher in Richtung oberer Toleranz,

    ohne dass die Kipphebel außergewöhnliches Spiel aufweisen.

    In der RepAnleitung für den Einzylinder steht:

    Ventilspielmessung bei kaltem Motor und nicht höher als 35°C.

    Einmal editiert, zuletzt von SL333 ()

  • Hi,


    beim Ventileinstellen bleiben nur wenig Schrauber über.

    Die Meisten bezeichnen sich schon als solche, wenn sie in der Lagesind

    den gekauften kurzen Kennzeichenhalter unfallfrei zu montieren. :wand


    Ich hatte meine alle 20tkm ans obere Drittel der Toleranz gestellt.

    Waren immer 2-5 behandelt werden mussten. ;o)


    Da mir des Gezauber mit den Schims von Anfang an auf den

    Kecks ging, habe ich sie passend geschliffen.

    Ging auf der Drehbank ganz gut.


    Warscheinlich wurde bei Deiner nur das Einstellen vergessen!!!

    Die Abweichungen lassen den Schluss zu.

    LG Helmut

    Zuvill un zuwing is a Ding.
    :]

  • Die Längenänderung des Ventils bei einem Temperaturunterschied von 10°C (=10°K) ist bei einem Längenausdehnungskoeffizient von Stahl (ca. 0,12mm/m) wohl vernachlässigbar gering.

    Wie lang ist so ein Ventil? Bei 100mm Länge macht das bei 10°C ungefähr 0,012mm Längendifferenz aus.

    Also wenn man das Ventilspiel bei zu kalter Umgebung Richtung oberer Toleranz einstellt machen 0,012mm "den Bock nicht fett"...

  • Danke für die Rückmeldung.

    Dann wäre das geklärt, demnach war meine Gedankengang eher ein Gehirnfurz :] und völlig unerheblich.

    Zum Glück gibt es immer jemand im Forum der Fachwissen auf bestimmten Gebieten hat.

    Hätte ich das Wort Längenausdehnungskoeffizient jemals aufgeschnappt, hätte mir bestimmt Google weitergeholfen.

  • Hey.


    Ich schließe mich an, das die Umgebungstemperatur eher kaum eine Auswirkung beim einstellen hat.

    Und auch das die Ventile wohl nicht eingestellt wurden. Weil nach deiner Aussage die Kerzen und der Lufi auch schon älter waren... Und gerade Kerzen und Lufi sind noch einfacher zu wechseln als die Ventile einzustellen sind. Ob die Werkstatt das nun "vergessen" hat oder auch nicht gemacht und nicht in Rechnung gestellt hat, ist eine andere Sache die wohl nur die Werkstatt beantworten könnte.

    Wartung gemacht heist auch nicht das alles gewechselt wird. Auf Kundenwunsch wird auch abgespeckt. Gerade für den Verkauf leider öfter. Wer möchte schon noch viel Geld investieren wenn das gute Stück eh weg soll...

    Das kannst du wenn dann nur auf der Rechnung bzw dem Inspektionszettel sehen was wirklich in Rechnung gestellt wurde. "Keine Kerzen auf der Rechnung = keine Kerzen gewechselt...


    Wie hast du denn eigentlich auf 0,01mm das Spiel ausmessen können? Hast du Fühlerlehren in 0,01mm Schritten?


    Gruß Christian :super

  • Hey.


    Die stammen dann doch aber bestimmt nicht aus dem Heimwerkerkasten? :lol

    So fein abgestufte Fühlerlehren haben wir nicht mal in der Werkstatt. Braucht man ja "eigentlich" für Autos auch nicht mehr... aber egal.

    Hast du etwas mit Motorenbau zu tun oder wie kommt es das du solch Werkzeug zur Verfügung hast? ;o)


    Gruß Christian :super

  • Chrickan man muss doch kein Motorenbauer sein um sich sowas mal zuzulegen :-/

    Ich habe mir im Zuge der Ventilspieleinstellung die Fühlerblattlehre gekauft, >>>diese hier...

    Durch Kombinieren verschiedender Blätter lassen sich sämtliche benötigten Lehren zusammenstellen.

    Immer noch billiger (und vor allem: ich weiß dass es ordentlich gemacht wurde!) als beim FAH.

  • Die stammen dann doch aber bestimmt nicht aus dem Heimwerkerkasten? :lol

    Doch. :) Die Fühlerlehre habe ich für 8 € im Internet gekauft und dann per Messung mit einer Mikrometerschraube auf ihre Korrektheit geprüft, bevor ich sie benutzte.

    Wie alex279 schon erkannt hat, entsteht die Millimetergenaue Messung durch Kombination von Lehren. Das bedeutet, man benötigt lediglich einzelne Lehren von 0,01 mm bis 0,05 mm und die restlichen Lehren können in 0,05 mm Schritten sein.

    Man sollte vorher einen Ölfilm auf die Lehren tun, damit sie sich besser verbinden und wie eine Einzige wirken.

  • Hey.


    Da könnt ihr mal sehen das bei den Autos sowas total ausstirbt, ich solch feine Abstufung noch nichtmal kannte, und die nicht mal teuer sind! Ich kenne solche Lehren aber eben nur in 0,5mm schritten.

    Und für Autos sind Abstufungen 0,5mm völlig ausreichend gewesen.

    Was es nicht alles gibt.😅


    Gruß Christian :super

  • Hier muss ich leider wiedersprechen .... Aussterben vielleicht, aber natürlich auch Gang und Gebe für alle Fahrzeuge wo man das Ventilspiel einstellen kann. Hast auch im PKW Bereich exakte Werte und nicht nur 0,5er Schritte.

    Und die Lehre wird schon immer so angeboten bzw. verkauft seit dem ich denken kann.


    Zum Thema Temperatur darf man sich nicht zu verrückt machen. Alles unter 30 Grad und über 10 Grad ist absolut in Ordnung bei der Messung. Generell ist man auf der sicheren Seite im oberen Drittel einzustellen. Das Ventilspiel wird eher weniger als mehr mit der Zeit.


    Viel Spaß beim Schrauben, Männers !!

  • Hi Christian,

    Und für Autos sind Abstufungen 0,5mm völlig ausreichend gewesen.

    irgendwie kommen mir Deine mm Angaben merkwürdig vor?

    Vielleicht sollest Du das nochmal überprüfen.

    Ich hab vor 40 Jahren schon mit Fühlerblattlehren in 0,05mm

    Abstufungen am PKW eingestellt.

    LG Helmut

    Zuvill un zuwing is a Ding.
    :]

  • Hey


    helmutotto


    Du hast natürlich recht. Danke für den Hinweis. 0,05mm Schritte meinte ich!!! SORRY!


    StyleM81


    Das ist natürlich richtig. Dennoch habe ich immer nur Lehren in 0,05mm (Danke Helmutotto😉) in den Fingern gehabt. Exakte Vorgaben bei den PKW waren bei mir bis jetzt immer (wenn auch durch Zufall) glatte 0,05ermm Angaben. Also bin ich noch nie auf die Idee gekommen es könnte feinere Lehren geben, da noch nie Bedarf bestanden hat.


    Naja, wie auch immer. Ich will jetzt hier keinen Disku-Thread zu Fühlerlehren aufmachen. Ich kannte das noch nicht und nahm an das wäre was ganz spezielles.


    Gruß Christian :super

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