Mal wieder entstauben hier (war der aktuellste Thread, der vernünftig zum Thema gepasst hat).
Nachfolgend ein kleiner persönlicher Erfahrungsbericht in Sachen Motorrad/Helmkamera... vielleicht kann ja der ein oder andere was damit anfangen...
Ich habe erst seit kurzer Zeit die
ContourHD 1080P, kostet mittlerweile "nur" noch 280 Euro (darunter geht bei der "echten" Variante bislang nichts). Gekauft bei
ComKor , dieser Anbieter hat nach ausgiebigem Einlesen und Suchen den besten Eindruck gemacht.
Ja, ist nicht wenig Geld, wenn man dann noch die Ram Mount-Halterungen dazu rechnet, aber ich halte nichts von "Geiz ist geil". Wir billig kauft, kauft in der Regel 2x. Und wo der ein oder andere ein paar Hunderter oder Tausender für Tuning-Schnickschnack am Moped ausgibt, gebe ich es eben an dieser Stelle gerne für eine ordentliche Kamera aus.
Vor wenigen Tagen habe ich die Contour z.B. auch für Aufnahmen am Fußballplatz genutzt, das Teil ist vielseitig einsetzbar.
Eine Mini-SD mit 2GB ist im Lieferumfang dabei. Da man mit der nicht weit kommt, habe ich direkt eine 16GB-Karte,
Lexar High-Speed, gekauft. Laut Hersteller soll nur eine Karte bis 16GB verwendet werden können; keine Ahnung, ob eine 32GB-Karte trotzdem funktioniert.
Beim Kauf der Contour muss man aufpassen, dass man nicht auf ein vermeintliches Schnäppchen reinfällt. Die Contour bekommt man nämlich auch günstiger, aber dann ist es eine Upscaler-Variante!
Die Kamera macht eine Aufnahme in kleinerer Auflösung und skaliert's einfach hoch, zieht's also groß. z.B. ist
das hier reine Verarsche
Bei der Contour gibt es übrigens auch ein wasserdichtes Gehäuse als Zubehör, müsste um die 30 Euro kosten, habe ich bisher aber nicht gekauft.
Es ist mit dem Motorrad aber überhaupt kein Problem irgendwo kurz anzuhalten und die Kamera in den Tankrucksack o.ä. zu packen. Ich habe die Contour nun zum ersten Mal bei der Dolomitentour im Einsatz gehabt und habe es dabei genau so gemacht, als wir mal in den Regen gekommen sind.
Einfach nicht bei den Halterungen sparen und Ram-Mount verwenden, dann ist das Teil innerhalb weniger Sekunden abgebaut. Ich habe die Kamera am Halter-Arm montiert gelassen und einfach nur den Halter komplett mit Kamera vom Kugelkopf abgeschraubt. Aber jeder legt natürlich verschiedene Schwerpunkte, ist ja auch vollkommen ok!
Sollte sich jemand an diversen Testberichten orientieren, z.B.
http://www.motorradonline.de/de/zubehoer…-kameras/324324 , sollte er genau hinschauen.
Dieser Testbericht ist vom letzten Jahr; damals wurde auch nur die kleine Midland getestet (Auflösung nur 640 x 480), da gibt es ja mittlerweile eine große Midland-Cam (XTC-300 Full HD 1080P), die auch Full HD kann. Beim dem Test wurden 5 Kameras mit kleiner und nur 3 Kameras mit großer (Full HD) Auflösung verglichen; somit sind schon mal die untersten Ausgangsbedingungen überhaupt nicht die selben und der Test ist daher meiner Ansicht etwas witzlos und als relativ zu betrachten (wie auch gern genommen bei anderen diversen Tests; und dann ist mancher Test nämlich deutlich weniger wert als auf den ersten Blick).
Warum die Contour und nicht die vergleichbare GoPro HD Hero?
Die GoPro ist unhandlich, ein (hässlicher großer) "Klotz", das Menü ist im Vergleich zur Contour völlig unübersichtlich/umständlich und bei der Sichtung verschiedener Video-Ausschnitte hat meiner Meinung nach die Contour einen Tick besser abgeschnitten. Das ist aber alles eine persönliche Entscheidungsfindung - muss ja jeder für sich selbst wissen, was im lieber und wichtiger ist!
Was ich vor dem Einsatz bei meinem neuen Landstraßen-Motorrad etwas blöd fand: ich habe ja im Vergleich zur GSX-R keine Verkleidungsscheibe mehr. Somit ist die Kamera "ungeschützt" vor Schmutz/Fliegen. Es stellte dann aber bislang doch kein Problem dar. In der Zeit, in der ich nichts aufnehmen wollte (eher langweilige Strecke o.ä.), habe ich einfach auch mal die Schutzkappe angebracht (ging sogar während dem Fahren) oder habe sie ohne Schutzkappe einfach montiert gelassen.
Die Bedienung der Kamera und die des Aufnahme-Schiebers ist klasse, einfach und absolut problemlos, selbst mit Handschuhen gar kein Act. Aufnahme gewünscht: Schieber nach vorne, Aufnahme stoppen: Schieber wieder nach hinten.
Die Kamera kann ebenfalls problemlos während dem Fahren eingeschalten werden; Kontrollleuchte geht dabei an; ist an der Rückseite angebracht, sieht man also beim Fahren. Nach ca. 10 Sekunden geht sie in Standby-Modus, nochmal kurz auf den Einschaltknopf gedrückt, sie sie wieder aufnahmebereit.
Sollten Speicherkarte voll oder Akku leer sein (Aufnahmedauer ist mit über 4 Stunden angegeben, konnte ich noch nicht bis zu einem leeren Akku testen), geht ebenfalls jeweils eine orangefarbene Kontrollleuchte auf der Rückseite an. Sieht man beim Fahren auch gut.
Die Empfindlichkeit des Mikrofons kann man einstellen. Ich hatte es ziemlich runter geregelt, damit die Windgeräusche nicht so stark sind (da nicht hinter einer Verkleidungsscheibe). Kommt gut rüber in den Aufnahmen, den Motor hört man trotzdem noch schön beim Gasgeben.
Zu den Aufnahmen: die Kamera ist recht weitwinklig, nimmt auf jeden Fall einiges von der Straße auf. Meiner Ansicht nach super ausreichend.
Ich bin mit den Aufnahmen soweit sehr zufrieden.
Was ich festgestellt habe: beim Gasgeben fängt das Bild etwas an zu flimmern, wenn es z.B. gaslos mit Motorbremse auf eine Kurve zugeht, ist das Flimmern fast immer weg bzw. nicht störend wahrnehmbar. Es sieht danach aus, dass die Zündspule womöglich die Aufnahme der Kamera entsprechend stört. Eine Nachfrage beim ComKor-Shop ergab, dass dies ab und zu der Fall ist bei Motorrad-Aufnahmen, dies aber stark abhängig ist von Art des Motorrades und wo die Kamera befestigt ist. Teilweise würden schon wenige Zentimeter was ausmachen.
Keine Ahnung, ob man das sonst noch irgendwie verbessern könnte. Hat jemand 'ne Idee oder ähnliche Erfahrungen?
Ich hatte die Kamera am Lenker befestigt. Vielleicht wäre das Flimmern besser oder sogar ganz weg, wenn sie am Helm befestigt wäre (mit der Contour problemlos möglich). Muss ich in Zukunft vielleicht auch einfach mal ausprobieren.
Die Ausrichtung der Kamera, also dass das Bild gerade ist, ist einfach. Entweder man schaut, dass die Kamera an sich gerade montiert ist oder man sie bastelt sie so hin, wie es am Motorrad am geschicktesten ist und dreht dann vorne an der Kamera den Objektiv-Ring.
Damit die Kamera dann auch ordentlich waagrecht aufnimmt und man später beim Anschauen nicht blöd im Kopf wird, kann man dies mittels zwei roten LEDs überprüfen. Diese erscheinen für wenige Sekunden, wenn man auf den Einschaltknopf drückt. Entweder es stellt sich kurz einer vor dem Motorrad so hin, dass die LEDs auf dem Oberkörper erscheinen oder man "leuchtet" gegen eine Hauswand o.ä. Man dreht so lange an dem Objektiv-Ring bis die zwei LED in der Waagerechten eine Linie bilden (wie Wasserwaage).
Die Einstellung mit den LEDs funktioniert mit verschiedenen Abständen. Geht, wenn z.B. einer einen Meter vor dem Motorrad steht, aber auch bestens, wenn der Abstand 5-6 Meter beträgt. Die LEDs gehen dann halt entsprechend auseinander. Aber so lange man einfach nur auf die Waagerechte achtet, ist das völlig wurscht.
Ich habe versucht Euch extra ein paar Standbild-Aufnahmen rauszusuchen mit verschiedenen Lichtverhältnissen.
Zu Beginn der Tour hatten wir wie man erkennen kann wenig/keine Sonne, stellenweise war es sehr bewölkt und duster. Dann mit Schatten-Sonnenlicht-Wechsel durch den Wald und noch eine Aufnahme mit blauem Himmel.
Klar, es sind jetzt keine bewegten Bilder, aber vielleicht kann sich der ein oder andere dennoch ein Bild von dem Ganzen machen.
Und nein, man kann nicht auf Play drücken, denn es sind nur Fotos ;-)
Aber man kann dafür ins Bild klicken um eine größere Ansicht zu haben.
Und so war die Contour bei den o.g. Aufnahmen montiert: